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Prozessmanagement

SOP, Prozess, Checkliste oder Arbeitsanweisung: Was ist der Unterschied?

SOP, Prozess, Checkliste oder Arbeitsanweisung: Die praktische Abgrenzung mit einem Beispiel aus der Bearbeitung neuer Kundenanfragen.

Abgrenzung von Prozess, SOP, Arbeitsanweisung und Checkliste als Dokumentensystem

Ein Prozess beschreibt einen wiederkehrenden Ablauf vom Auslöser bis zum Ergebnis. Eine SOP legt fest, wie dieser Ablauf standardisiert durchgeführt wird. Eine Arbeitsanweisung erklärt einen konkreten Arbeitsschritt im Detail. Eine Checkliste prüft, ob die notwendigen Punkte erledigt wurden. Im Alltag werden diese Begriffe oft gemischt verwendet. Für ein funktionierendes Dokumentationssystem sollten Sie intern trotzdem eine klare Arbeitsdefinition festlegen.

Die Begriffe sind nicht überall identisch definiert. Das ist kein Problem, solange Ihr Team dieselben Worte für dieselben Dokumente nutzt. Die folgende Einordnung ist deshalb ein praktisches Modell für kleine und wachsende Unternehmen, keine allgemeingültige Norm.

Die vier Dokumente im direkten Vergleich

Dokument Es beantwortet vor allem Beispiel bei einer Kundenanfrage
Prozess Wie führt ein wiederkehrender Ablauf von Auslöser zu Ergebnis? Von der eingehenden Anfrage bis zum vereinbarten Erstgespräch.
SOP Nach welchem Standard läuft dieses Verfahren ab? Welche Schritte gelten für die Erfassung, Qualifizierung und Übergabe?
Arbeitsanweisung Wie führt eine Rolle einen konkreten Schritt aus? So wird eine Anfrage vollständig im CRM angelegt.
Checkliste Welche Punkte müssen vor dem Abschluss geprüft werden? Sind Kontaktdaten, Quelle, Bedarf, Zuständigkeit und nächster Schritt erfasst?

Was ein Prozess ist

Ein Prozess ist mehr als eine lose Sammlung von Aufgaben. Die Prozessplattform Sachsen beschreibt ihn als wiederholbare Folge von Arbeitsschritten mit einem klaren Auslöser und einem Ergebnis. Auch Zweck und Abgrenzung helfen dabei, einen Ablauf sinnvoll zu beschreiben. [1]

Im Beispiel beginnt der Prozess mit einer neuen Anfrage. Er endet, wenn ein qualifiziertes Erstgespräch vereinbart wurde oder die Anfrage bewusst abgesagt beziehungsweise archiviert ist. Dazwischen liegen mehrere Tätigkeiten: Eingang prüfen, Daten erfassen, Bedarf einordnen, Rückmeldung geben und den nächsten Schritt koordinieren.

Eine Prozessbeschreibung hilft vor allem beim Überblick: Welche Rollen sind beteiligt? Wo wechseln Informationen den Besitzer? Welche Entscheidung verändert den weiteren Weg? Wie Sie solche Abläufe aufnehmen und dokumentieren, erklärt „Prozesse dokumentieren“.

Was eine SOP ergänzt

Eine SOP, ausgeschrieben Standard Operating Procedure, beschreibt den verbindlichen Standard für ein wiederkehrendes Verfahren. Sie macht aus dem Prozess einen nachvollziehbaren gemeinsamen Ablauf: Verantwortlichkeiten, Reihenfolge, Regeln, Ausnahmen, Freigaben und erwartete Ergebnisse können darin festgelegt werden.

Wie detailliert eine SOP sein muss, hängt vom Thema ab. Bei einer einfachen internen Routine genügt möglicherweise eine Seite. Bei einem qualitäts- oder sicherheitsrelevanten Verfahren kann sie auf weitere Unterlagen verweisen. Entscheidend ist nicht der Umfang, sondern dass die betroffenen Personen wissen, was im Normalfall gelten soll. Eine verständliche Einführung finden Sie im Grundlagenartikel „Was sind SOPs?“.

Wann eine Arbeitsanweisung nötig ist

Eine Arbeitsanweisung geht eine Ebene tiefer. Sie erklärt, wie eine konkrete Tätigkeit ausgeführt wird. Die Abgrenzung wird auch in Fachquellen häufig so beschrieben: SOPs geben den übergeordneten Ablauf vor, Arbeitsanweisungen liefern die detaillierte Durchführung einzelner Schritte. [2]

Bleiben wir beim Beispiel der Kundenanfrage. Die SOP kann festlegen, dass jede neue Anfrage innerhalb eines Arbeitstags geprüft und im CRM erfasst wird. Die Arbeitsanweisung erklärt dann, welche Felder Pflicht sind, wie die Quelle zuzuordnen ist, wie ein Dublettencheck erfolgt und wann eine Rückfrage nötig ist.

Arbeitsanweisungen sind besonders nützlich, wenn ein Schritt fehleranfällig ist, mit einem Tool verbunden ist oder neue Teammitglieder ihn selbstständig ausführen sollen. Einen konkreten Aufbau mit Beispiel finden Sie in „Arbeitsanweisung erstellen: Aufbau, Beispiel und Vorlage“.

Wofür eine Checkliste da ist

Eine Checkliste ist kein Ersatz für Prozess, SOP oder Arbeitsanweisung. Sie sichert Vollständigkeit. Sie ist dann passend, wenn jemand bereits weiß, wie eine Aufgabe funktioniert, aber vor dem Abschluss kontrollieren muss, ob kein Pflichtpunkt fehlt.

Für die Kundenanfrage kann eine Checkliste aus fünf Zeilen bestehen: Kontaktdaten vorhanden, Anfragequelle erfasst, Bedarf beschrieben, zuständige Person zugeordnet, nächster Termin oder Absage dokumentiert. Sie erklärt nicht jeden Eintrag im CRM. Dafür verweist sie auf die Arbeitsanweisung.

So entscheiden Sie sich für das passende Dokument

Beginnen Sie mit der Frage, welches Problem Sie lösen wollen. Fehlt der Überblick über den gesamten Ablauf, starten Sie mit einer Prozessbeschreibung. Gibt es unterschiedliche Vorgehensweisen im Team, brauchen Sie eine SOP. Scheitert es an der konkreten Ausführung eines Schritts, schreiben Sie eine Arbeitsanweisung. Werden einzelne Punkte übersehen, hilft eine Checkliste.

In vielen Unternehmen gehören alle vier Dokumente zusammen. Sie müssen aber nicht für jeden Ablauf sofort entstehen. Wählen Sie die Prozesse zuerst aus, bei denen Häufigkeit, Aufwand oder Ausfallfolgen besonders deutlich sind. Der Artikel „Welche Prozesse sollten Sie zuerst dokumentieren?“ zeigt eine einfache Reihenfolge dafür.

Der nächste Schritt

Wenn sich Prozesswissen bisher in Köpfen, Chats und einzelnen Dateien verteilt, hilft eine klare Dokumentenlogik. Auf der Startseite erfahren Sie, wie daraus ein verständliches SOP-System für Ihr Unternehmen werden kann.

Quellen

  1. Prozessplattform Sachsen: Prozessdefinition
  2. Azumuta: SOP vs. Arbeitsanweisung